Unsere Ortsteile

Werder besteht aus der Kernstadt und insgesamt acht Ortsteilen. Jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen und besonderen Charakter, hier dokumentiert in Luftbildern von Tom Klement

Steine und Eichen: Bliesendorf

Die erste urkundliche Erwähnung Bliesendorfs geht auf das Jahr 1296 zurück. Von  „Blisendorp“ ist dort die Rede. Der Name ist wahrscheinlich ein slawisch-deutscher Mischname. Das Grundwort ist vom slawischen Kosenamen  Bliz oder Bliza abgeleitet. Die Bliesendorfer Dorfkirche wurde 1847/48 am Rand des Angers im Rundbogenstil der Stüler-Schule unter Verwendung einer gut 100 Jahre älteren Kirche errichtet. Neben der Kirche steht auch das Pfarrhaus mit Stallgebäude unter Denkmalschutz. Der Ort liegt eingebettet in Wald, Obst- und Ackerflächen. Die ausgedehnten Wälder werden alljährlich von Pilzsuchern bevölkert. Mitten im Wald liegt die winzige Siedlung Resau, einst gutsherrschaftliches Vorwerk. Auf dem Weg dorthin muss man an den „3 dicken Männern von Bliesendorf“ vorbei, drei großen Findlingen. Mit den „Zwei dicken Eichen“ oder der „Rosa Düne“ gibt es weitere Ziele für einen Waldspaziergang in Bliesendorf.

Die ersten Luftsprünge: Derwitz

Wir schreiben das Jahr 1891. Otto Lilienthal erreicht bei seinen Fluggleitversuchen vom 64 Meter hohen Spitzberg in Derwitz aus die Rekordweite von 30 Metern. Es ist weltweit die Geburtsstunde der Fliegerei. Heute ist in Derwitz am Ort des Geschehens ein Lilienthaldenkmal zu besichtigen. Vom Denkmal aus hat man einen herrlichen Rundblick in das Krielower Luch, eine fast unberührte Naturlandschaft. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Straßenangerdorf  bereits im Jahre 1348. Die Derwitzer Kirche ist eine alte Wehrkirche, deren ältester Teil aus der Zeit der Lehniner Zisterziensermönche stammt. Sie hatten den Ort 1371 übernommen und geprägt. Am Post- und Handelsweg von Brandenburg nach Potsdam (heute B 1) befand sich eine Pferdewechselstation, später bekannt als Gasthaus „Fliegendes Ross“. Es steht heute unter Denkmalschutz.

Kirschen und Ziegel: Glindow

Glindow wurde 1351 erstmalig schriftlich erwähnt. Die Glindower lebten zu dieser Zeit vorrangig von der Fischerei im Glindower See. Die ersten Wohnhäuser wurden um den Kiez herum erbaut. Schon die Lehniner Zisterziensermönche hatten sich mit dem Brennen von Ziegelsteinen in Glindow befasst. Im 19. Jahrhundert dann explodierte in Berlin und Potsdam die Nachfrage nach Baumaterial. Über den Glindower See und die Havel konnten die Produkte schnell antransportiert werden. In der Zeit, in der Theodor Fontane das Dorf besuchte, waren mehr als 30 aufragende Schornsteine von Ziegeleien sichtbar. Im Märkischen Ziegeleimuseum ist die Geschichte heute erfahrbar. Auf dem Gelände der angrenzenden Ziegelmanufaktur befinden sich zwei denkmalgeschützte Hoffmannsche Ringöfen aus dem Jahre 1868. Auch das Naturschutzgebiet Glindower Alpen geht auf die Ziegelindustrie zurück, im Ursprung handelt es sich um eine Abraumhalde der Tongewinnung. Heute prägt auch der Obstanbau die Landschaft rund um Glindow. Einmal im Jahr wird im Dorf das Kirsch- und Ziegelfest gefeiert.

Gut am See: Kemnitz

Kemnitz dürfte eine slawische Gründung sein. Zumindest weist der aus dem Slawischen stammende Dorfname, welcher „Steinfeld“ oder „Steinacker“ bedeutet, darauf hin. Eine erste schriftliche Erwähnung erfuhr Kemnitz im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1357. Die spätgotische Dorfkirche mit einem kurzen quadratischen Fachwerkturm stammt im Ursprung aus dem Mittelalter, als Kemnitz zur Adelsherrschaft der von Rochows gehörte. Die Innenausstattung der Kirche ist schlicht. Sehenswert ist auch das ehemalige Gutshaus, das 1702 errichtet wurde und sich heute im Privatbesitz befindet. Die Neben- und Wirtschaftsgebäude der Gutsanlage stammen überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und liegen teilweise direkt am Plessower See. Dorfkirche und ehemaliges Gutshaus stehen unter Denkmalschutz und prägen das Ortsbild des Gassendorfs bis heute. Das moderne Kemnitz lockt mit seinem Golfplatz, dem Pferdegestüt Bonhomme, seinen Ferienwohnungen und Pensionen die Gäste an.

Baukunst am Wasser: Petzow

 Petzow wurde 1419 erstmals urkundlich erwähnt. Mit seiner Dorfkirche, dem Tudor-Schloss und dem historischen Dorfkern bildet das Dorf ein beliebtes Ausflugsziel. Es ist durch den Besitz derer von Kaehnes geprägt worden, die Familie setzte Petzow besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit  Baumeister Karl Friedrich Schinkel ihren Stempel auf. Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné bezog das Dorf in seinen „Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam“ des Jahres 1833 ein und gestaltete den Schlosspark. Die idyllische Lage auf der Landbrücke zwischen Schwielowsee und dem Glindower See beeindruckt viele Gäste, besonders der Rundumblick von der 1842 eingeweihten und von Schinkel erbauten Dorfkirche. Die Kirche ist heute kulturelles Zentrum im Ort, hier finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Man kann sich kirchlich und auch standesamtlich trauen lassen. Petzow wird hauptsächlich durch den Tourismus geprägt. Die Bandbreite der Unterkünfte reicht vom Vier-Sterne-Resort bis zum Feriencamp.

Rauf auf den Sattel: Phöben

Der Slawenstamm der Heveller, der der Havel ihren Namen gab, gründete Phöben um 800 mit dem Räuberberg als Burg. Urkundlich erwähnt wurde das damalige Pfarr- und Kirchdorf  erstmals 1305. Phöben erstreckt sich entlang des Havelufers nordwestlich von Werder. Abgeschirmt wird das Straßendorf durch den Nordhang des zu den Phöbener Bergen gehörenden Haakberges und des Wachtelberges, mit 87 und 84 Metern die höchsten Erhebungen in der  Umgebung. Am Wachtelberg wird Wein angebaut. Den brachten die Lehniner Zisterzienser schon im 14. Jahrhundert erstmals in die Region. Zum ältesten Teil des Ortes gehören die Fährstraße sowie einzelne Gebäude um die Kirche. Die Kirche ist ein rechteckiger Putzbau mit Apsis und quadratischem Turm und wurde 1758 errichtet. Phöben ist mit seinen beiden Reiterhöfen ein schönes Ziel für Reiter. Überregional bekannt ist die Reit- und Poloanlage. Durch den Ort führt der Havelradweg. Im Ort gibt es in der Seestraße eine gefragte Naturbadestelle.

Dorfromantik und Blüten: Plötzin

Plötzin ist bereits im Jahr 1179 erstmals urkundlich erwähnt worden und gehörte bis 1726 zum  Domkapitel Brandenburg. Die Dorfkirche, ein rechteckiger Feldsteinbau aus dem 18. Jahrhundert, wahrscheinlich auf Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert gebaut, steht mitten auf dem Dorfanger. Ihr Westturm spiegelt sich im Dorfteich. Kirche, Dorfteiche und alte Bauernhäuser vermitteln ein Stück märkische Dorfromantik. In der Umgebung sind große Obstplantagen zu finden, die zur Zeit der Baumblüte in malerischem Weiß erstrahlen. Der Obstpanoramaweg führt direkt durch die Gemarkung. Obstzüchter laden zur Erntezeit zum Kaufen und Selbstpflücken der sonnengereiften Früchte ein. Zu Plötzin gehören Plessow und Neu Plötzin. In Plessow findet sich eine neugotische Kirche aus dem Jahre 1866. Wappen, Gedenktafeln, Grabsteine und das Innere der Kirche bergen Erinnerungen an die Gutsbesitzerfamilie von Rochow.

Insel im Grünen: Töplitz

Im Nordosten der Stadt liegt Töplitz. Zwischen Havel, Wublitz, Schlänitzsee und Sacrow-Paretzer-Kanal bildet der Ort eine Insel. Eingebettet in eine malerische Flusslandschaft findet man hier die landschaftlichen Eigenarten vereint, die das Havelland prägen: Wald, Moore, Hecken, Wiesen und schilfbewachsene Uferzonen mit versteckten Badestellen. Die Bergrücken mit Trockenrasen ermöglichen weite Blicke über das Havelland mit weidenden Pferde und Rindern, Feldern und Wiesen, Obstplantagen und dem Weinberg. Auf dem Fahrrad erreicht man am schönsten die Siedlungen der Insel: Alt Töplitz, Leest, Neu Töplitz und das kleine Göttin. Sie sind in die Landschaft eingebettet und haben jede für sich ihren unverwechselbaren Charme. Die flache Umgebung ist ideal für Radtouren entlang der Havel. Einer der schönsten Radstrecken der Region führt weiter über Wublitz, Golm, Nattwerder, die Hael entlang nach Geltow und Werder (Havel).