Stadtplanung und Stadtentwicklung

Wie Werder (Havel) aufgestellt ist und wie sich die Stadt bauleitplanerisch entwickeln soll

Landschaftsstruktur und Siedlungsräume


Die Fläche des Stadtgebietes beträgt rund 116 Quadratkilometer. Mit Stand 2018 leben rund 26.000 Einwohner in der Stadt.

Die Landschaftsstruktur des Raumes Werder ist geprägt durch Höhenzüge und Niederungsbereiche und vor allem durch die Gewässer der Havel, des Glindowsees und des Großen Plessower Sees.  Der Obstanbau ist traditionell strukturgebend. Zusammenhängende Waldflächen befinden sich vor allem im Südosten des Stadtgebietes.

Die  Siedlungsstruktur gibt häufig noch die traditionelle  Nutzungsstruktur wieder, wie der Fischerkiez auf der Inselstadt und der Kiez von Glindow, der Obstbaumsiedlungscharakter in Werder, Glindow, Bliesendorf, Phöben, Plötzin und Töplitz, landwirtschaftlich geprägte alte Ortskerne in Derwitz und Kemnitz. Die alten Siedlungskerne wirken in der umgebenden Landschaft harmonisch.

Seit der Wende entstanden durch die anfängliche Wohnraumknappheit und den Nachholbedarf im Einfamilienhausbau vor allem in Werder aber auch in fast allen Ortsteilen, insbesondere in Glindow und Töplitz, neue Quartiere. Zu den wichtigsten gehört das Wohn- und Gewerbegebiet Havelauen mit einer gelungenen Mischung aus Wohnen, Handel, Gewerbe und öffentlichen Grün.

Verkehrsräumliche Anbindung

Die verkehrsräumliche Anbindung der Stadt ist mit drei Autobahn-Anschlussstellen an den Berliner Ring, der Bundesstraße 1 und dem Regionalbahnhof optimal. Die Innenstadt liegt rund 10 Kilometer von Potsdam entfernt. Zum Berliner Zentrum sind es rund 35 Kilometer.

Der  Bahnhof  Werder  (Havel)  ist  Haltepunkt  des  RE 1  von Cottbus  nach  Magdeburg. Der Hauptbahnhof  Potsdam ist in 11 Minuten zu erreichen, der Berliner Hauptbahnhof in 30 Minuten. Die Fahrtzeit nach Brandenburg a.d. Havel beträgt 17 Minuten.

Innerhalb des Stadtgebietes kommt der Landesstraße 90 eine zentrale Erschließungsfunktion zu. Sie führt von Phöben, der Innenstadt von Werder und Glindow zum Berliner Ring.

Stadtentwicklung und Wohnen

Die Siedlungsstruktur der Stadt Werder (Havel) ist als grüngeprägte „Stadt der Obstblüte“ mit besonderem Bezug zum Wasser zu sichern. Trotz Verdichtung, Umbau und teilweiser Erweiterung der Siedlungsflächen soll dieser Charakter mit hochwertigen Erholungsflächen und Landschaftsräumen sowie mit einem funktionsfähigen Naturhaushalt bewahrt werden.

Das Stadtgebiet Werder mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur ist das Zentrum der wirtschaftlichen, kulturellen und insbesondere sportlichen Aktivitäten. Die Innenstadt soll sich als Wohnstandort mit kleinteiliger Wirtschaftsstruktur und als städtischer Mittelpunkt, die Ortsteile mit eigenständigem Charakter entwickeln.

Kinder- und Familienfreundlichkeit im Wohnumfeld, Senioren- und behindertengerechtes Wohnen in allen Stadtquartieren sind zu sichern. Die Stadt stellt sich in ihrer Bauleitplanung auf einen behutsamen Zuwachs ein, unter anderem durch die Schließung von Baulücken. Dem Erhalt ortstypischer Bebauung kommt dabei ein hoher Stellenwert zu.

Wirtschaftliche Entwicklung

Nur eine gesunde Wirtschaft ist in der Lage, den Menschen einer Kommune ein Auskommen zu sichern und die Güter und Dienstleistungen bereitzustellen, die für das tägliche Leben erforderlich sind. Schwerpunkte der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Werder (Havel) sind:

  • Förderung des Obst- und Gemüseanbaus und seiner Vermarktung
  • Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der Stadt
  • kommunale Wirtschaftsförderung als wesentlicher Bestandteil der Arbeitsmarktpolitik
  • Vernetzung mit anderen Institutionen der Wirtschaftsförderung
  • Stärkung des örtlichen Handwerks und Gewerbe
  • Ausbau zu einem Dienstleistungszentrum
  • Ausbau der technischen Infrastruktur nach den Grundsätzen der Umweltverträglichkeit und der Wirtschaftlichkeit
  • Sicherung der Fachkräfte durch Berufsausbildung vor Ort
  • Erhalt und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

Mittelzentrum Werder (Havel) - Beelitz

Die Stadt Werder (Havel) und die Stadt Beelitz bilden im Zentrale-Orte-System der Landesentwicklungsplanung Brandenburg ein Mittelzentrum in Funktionsteilung. Sie übernehmen damit die Versorgungsfunktionen für den gemeinsamen Mittelbereich. Hierzu zählen Einrichtungen, die über die Grundversorgung hinausgehen, wie beispielsweise eine breit gefächerte Einzelhandelsstruktur, tragfähige Infrastrukturen, umfangreiche Kultur-, Freizeit-, Bildungs- und Ausbildungsangebote, Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.

Der Mittelbereich Werder (Havel) umfasst die Gemeinden Groß-Kreutz (Havel), Schwielowsee, Seddiner See und die Städte Werder (Havel) und Beelitz. Die Gemeinden des Mittelbereichs gehören zu den Kulturlandschaften Mittlere Havel, Nuthe-Nieplitz und Potsdamer Umland und bilden gemeinsam die größte zusammenhängende Obst- und Gemüseanbauregion im Land Brandenburg.

 - Mit Material aus dem Flächennutzungsplan 2020 der Stadt Werder (Havel)